Beschreibung
Vorwort
Wechsel gibt es in „Change“ in mannigfaltiger Hinsicht: Verschiedene Charaktere – vom zarten Tongespinst bis zum majestätischen Orgelplenum – lösen einander ab, Satzarten pendeln zwischen homophoner Einheitlichkeit und polyphoner Ausfaltung, wobei auch die extremen Kombinationsmöglichkeiten moderner großer Orgeln bezüglich Klangfarbe und Tonhöhe einbezogen werden; schließlich sind einige Passagen von „Change“ in sog. „space notation“ geschrieben: Dadurch ist eine freiere, eher improvisatorisch geprägte, pulsschlagfreie Rhythmik möglich, deren schwebender Charakter zu den auf Taktarten bezogenen und strenger komponierten Teilen kontrastiert. In diesem Stück sind zwar die Fußlagen vorgeschrieben, nicht aber die Registerfarben, sodass der Interpret hier – neben gewissen rhythmischen Freiheiten – je nach Instrument und eigenem Geschmack auswählen kann.
Ein buntes „Klang-Kaleidoskop“ der Orgel? Nein, denn die Abfolge der musikalischen Charaktere folgt einer hörbaren Dramaturgie, und das Tongewebe wird von einem roten Faden durchzogen, der sich stets auf die zwei anfänglich exponierten scheinbar belanglosen kompositorischen „Federstriche“ zurückführen lässt.
Otfried Büsing














