Beschreibung
Ausgangspunkt der Komposition Sokkon [Jap.: Jetzt, Im Augenblick] ist eine Folge von Kurzgedichten des Irisch-französischen Dichters Samuel Beckett (1906-1989). Dieser hatte in den letzten Jahren seines Schaffens eine Knappheit der sprachlichen Formulierung und Prägnanz der Aussage erreicht, die an die sprichwörtliche Knappheit japanischer Haikus heranreicht. Fünf seiner „Mirlitonnades“ (1977/78) veröffentlichten Kurzgedichte werden abwechselnd von den japanischen Instrumenten Shakuhachi und Koto rezitiert, wobei sich die Spieler in ihrer Deklamation der sprachlichen Vorlage soweit annähern sollten, dass der Hörer den Text zu verstehen meint, obwohl kein Wort wirklich gesprochen wird. Auf die instrumental ausgeführten Rezitative reagiert der jeweils andere Spieler mit frei assoziierten Abschnitten, die den Sinn des zuvor „Gesagten“ kommentieren. In der Darstellung von Sokkon durch die europäische Bassflöte ist eine dem Klang der Shakuhachi angenäherte Spielweise gefordert, und auch die Gitarre sollte in ihrem Klang soweit möglich der Koto nahekommen.














