Beschreibung
Im Leben und auch während des Komponierens passiert oft Unerwartetes. Es ist eine große Aufgabe sich gegen plötzliche Ereignisse zu wappnen. Sehr selten genießt man das Plötzliche.
In diesem Klavierstück wird die Verwandlung der sorgfältig vorbereiteten Planung durch ein plötzlich auftretendes Motiv – das Thema aus dem Awa-Tanz (einem Volkstanz aus Shikoku in Japan) – dargestellt. Nach dem Auftreten des Awa-Tanz-Motivs läuft die Musik in eine Richtung, die ich ursprünglich nicht beabsichtigt hatte. Ich versuchte, die Musik wieder zurück in ihre geplante Form zu bringen. Aber die Musik widersetzt sich dem, sie läuft autonom weiter und selbstverständigt sich schließlich. Das Klavierstück symbolisiert den dialektischen Prozess des Komponierens. Das Awa-Tanz-Motiv, ein einfacher Urrhythmus mit drei Töne (E-E-D), stieg plötzlich in mir auf, wie eine Kindheitserinnerung.
Wie im Komponieren so im Leben: vor dem plötzlichen Geschehnis steht man sprachlos da, oder man macht etwas Positives daraus.
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Mayako Kubo













