Beschreibung
Der Titel „Vuh“ bezieht sich auf eine persönliche Erinnerung, die im Zusammenhang mit der „Glassplitter-Stelle“ steht. Eine genauere Erklärung würde jedoch nicht zum Verständnis des Stücks beitragen.
Wesentlich hingegen sind vor allem zwei Aspekte: Erstens, eine gewisse „gespannte Unruhe“, die das gesamte Stück durchzieht, jedoch nicht im Sinne einer dramatisch gerichteten Entwicklung zu verstehen ist; zweitens eine Art Spiel zwischen verschiedenen, im Einzelnen sehr selbständigen musikalischen Elementen, die untereinander fortwährend verschiedene Beziehungsverhältnisse einnehmen.
Die „gespannte Unruhe“ bildet gleichsam den Hintergrund dieser verschiedenen kommunikativen Beziehungen der musikalischen Gestalten, die man – falls man es will – stellvertretend für bestimmte Personen und ihre zwischenmenschlichen Beziehungen auffassen kann. Dabei geht es jedoch mehr um die Wesenshaftiigkeit dieser Beziehungen, zumal der Ausdrucksgehalt auf einer rein musikalischen Ebene teilweise anderer Natur ist.
Dementsprechend ist auch die Rolle des Solisten nicht im Sinne eines „Solo mit Begleitung“ zu verstehen, sondern als ein andauerndes interaktives Agieren a) für sich, b) mit und c) gegen die anderen „musikalischen Individuen“. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass jene anderen „musikalischen Individuen“ durch ihre rein musikimmanente Charakteristik nicht direkt mit einem/r Spieler/in korrelieren, sondern ausschließlich sich selbst als musikalisches Material repräsentieren. Beim Solisten hingegen sind Material und seine eigene Persönlichkeit eng miteinander verbunden, und letztere kann sich somit signifikant auf die Ausgestaltung des Werks auswirken. Weiterhin ist das Solo-Schlagzeug an vielen Stellen ohne Dynamik notiert. Der Solist ist dabei aufgefordert, seine Position zu den anderen „musikalischen Individuen“ selbst zu bestimmen. Der Dirigent hat dies gegebenenfalls zu berücksichtigen.
Tempi und Dynamikanweisungen sind in dieser Komposion grundsätzlich relativ zu verstehen und verweisen vor allem auf die intendierte Wirkung. Veränderungen auf Grund von klanglicher Balance und aus spieltechnischen Gründen (zum Beispiel zu schnelle Passagen für tiefe Instrumente) sind durchaus möglich, sollten aber insbesondere im letzten Fall erst dann verändert werden, wenn es wirklich nicht anders geht (z.B. ab O bis P). Die Passagen in T. 61-63 und Buchstabe I und J können eher noch langsamer und ruhiger gespielt werden.
Letztlich besteht eher die Vorstellung eines bewegten Organismus, der sich in sich selbst regelt. Dabei ist zu beachten, dass bei den Unisoni in der Regel ein hoher Verschmelzungsgrad und eine immer vorwärts gerichtete Phrasierung, unabhängig vom jeweiligen Tempo, erwünscht ist. Besonders in Teil C und D ist eine genaue Ausbalancierung des Basisklangbandes nötig, da schon geringfügige dynamische Änderungen den harmonischen Klang negativ verändern können (nicht beabsichtigte tonale Wirkungen). Ebenso sollte man nicht davon ausgehen, dass der Solist immer solistisch hervortreten muss.
Die langsamen Grund-Tempi sollten vom Dirigenten möglichst auch schlagtechnisch beibehalten werden. Weitere Unterteilungen könnten nach meinen Erfahrungen zu einem nicht erwünschten „timing“ führen. Für eine Einstudierungsphase mag dies jedoch hilfreich sein. Erfahrungsgemäß benötigt solch eine musikalische Konzeption relativ lange Probezeit. Es wird daher dringend empfohlen, eher mehrere kurze Proben anzusetzen anstatt wenige von längerer Dauer.
















