Beschreibung
Golpes II
Der Solopauker der Sächsischen Staatskapelle, Thomas Käppler, regte mich 1994 an, ein Paukenkonzert für ihn zu schreiben. Ich verdanke ihm viele wertvolle spieltechnische Hinweise und eine brillante Uraufführung von „Golpes“ in einem Aufführungsabend der Sächsischen Staatskapelle am 6.12. 1995 in der Semperoper.
In der Folgezeit hatten sich immer mal wieder andere Interessenten gemeldet, die sich aber nie zu einer Aufführung entschließen konnten. Über die Gründe dafür habe ich nachgedacht und schließlich 2015/16 eine Umarbeitung vorgenommen. Sie unterscheidet sich von der ersten Fassung kaum in der Orchesterbesetzung, wohl aber erheblich in der Form, die nun durch eine straffende Kürzung und eine konsequentere Beschränkung auf zwei Hauptgedanken bestimmt ist. Ein gleich zu Beginn von der Flöte gespieltes, dann von der Klarinette fortgesetztes gesangliches und ein von den Solo-Pauken eingeführtes blues-ähnliches, langsames Thema habe ich aus der Urfassung übernommen und nun bestimmender verwendet.
Um deutlich zu machen, dass es sich hier um ein neues Stück handelt, das
aber mit der Urform durchaus verwandt ist, habe ich den Titel „Golpes II“ gewählt.
Das spanische Wort „golpes“ bedeutet Schläge, die auf den Pauken nicht nur dröhnend, sondern auch behutsam und mit vielen Abstufungen ausgeführt werden können. Überdies gibt es im Flamenco eine besondere, perkussive Gitarren-Spieltechnik (Golpe), an die manche der hier erklingenden Orchesterakkorde erinnern mögen.
Ich danke dem vielseitigen Solopauker Felix Anton Lehnert sehr herzlich für sein Interesse an dieser Komposition, seine nicht nachlasssende Inititative im Zusammenhang mit der Neufassung und seine umsichtige und hilfreiche Beratung.
Rainer Lischka


















