Beschreibung
Inhalt
I. Was lässt im Leben sich zuletzt gewinnen?
II. Süßer Lenz, beflügle Deine Schritte
III. Zur Wüste fliehend vor dem Menschenschwarme
IV. Lange begehrten wir
Die 4 Lieder nach Texten von August von Platen-Hallermünde (1796–1835) entstanden im Juni 1942. Aus Kopenhagen vermeldete Klenau am 7. Juni des Jahres: „Ich konnte etwas besser arbeiten und habe 4, wie ich hoffe, gute Lieder zu Gedichten von Platen geschrieben.“ Zumindest vor dem Komponisten selber hatten sie Bestand, denn am 14. Juli 1942 stellte Klenau fest: „Freude machen mir auch die Lieder. Nicht am wenigstens die, in Frankfurt komponierten zu Hölderlin. Aber auch die Platen-Lieder haben sich gehalten, als ich sie kritisch auspackte.“Die Platen-Lieder sind rein im durmolltonalen Idiom geschrieben und unterscheiden sich von vielen zeitgleich entstandenen Arbeiten, in denen Klenau konsequent oder zumindest in lämgeren Passagen seine „tonartbestimmte Zwölftontheorie“ anwendete. Zwischen Was läßt im Leben sich zuletzt gewinnen und Zur Wüste fliehend vor dem Menschenschwarme – zwei Vertonungen von zwei Gedichten aus der Sammlung Venedig – ist als zweites Lied das Sonett Süßer Lenz, beflügle Deine Schritte eingefügt, sodass sich mit dem abschließenden Lied Lange begehrten wir in diesem Zyklus eine Dramaturgie ergibt. Dabei gestaltet Klenau jede einzelne Vertonung mög-lichst unterschiedlich. Während die grübelnde Stimmung im ersten Text ihre Entsprechung in den kreisenden Melodienbögen findet, kündigt sich in den fließenden Bewegungen des zweiten Lieds die leise Hoffnung an. Im dritten Lied erzeugen wuchtige Akkorde und eine rhythmisch stabile Gestaltung der Singstimme das nötige reli-giös anmutende Pathos, wobei Klenau in seiner Textfassung Johannes dem Täufer in einen anonymen Jüngling verwandelt. Es ist möglich, dass er sich von diesem Gedicht vor allem wegen des abschließenden Bedauerns über die erloschene Kraft der Kunst angesprochen fühlte. Eine ähnliche Resignation teilt sich auch aus den Briefen mit, die er zu dieser Zeit an seine zweite Ehefrau Margarethe Klimt schrieb. Im letzten Lied vertont Klenau die Weltflucht („Schleuß den Laden, geliebtes Herz!“) mit ruhig bewegten Klängen.Die 4 Lieder nach Texten von August von Platen erscheinen mit dieser Ausgabe erstmals in edierter Form. Als Vorlage diente eine in der Königlichen Bibliothek aufbewahrte Handschrift.
Gerrit Bogdahn
















