Beschreibung
Ein Textfragment von Leonardo da Vinci aus dem Kodex Arundel (156 verso)
Gezogen von meinem sehnsüchtigen Verlangen, begierig, die große Fülle der verschiedenen und seltsamen Formen der
kunstreichen Natur zu schauen, gelangte ich, nachdem ich eine Weile zwischen dunklen Felsen umhergegangen war, an den Eingang einer großen Höhle, vor der ich eine Zeit lang in Erstaunen und Unwissenheit verharrte; mit gebogenem Rücken, die Linke auf das Knie gestützt, mit der Rechten die gesenkten und zugekniffenen Lider beschattend, beugte ich mich immer wieder hierhin und dorthin, um zu sehen, ob sich im Innern irgendetwas unterscheiden lasse, was mir durch das darin herrschende tiefe Dunkel verwehrt wurde. Nachdem ich eine Weile so ausgeharrt hatte, erwachten auf einmal zwei Regungen in mir, Angst und Verlangen: Angst vor der drohenden finsteren Höhle, Verlangen zu sehen, ob darin etwas Wunderbares sei.














