Beschreibung
Die acht Stücke, die die Egyptian Miniatures umfassen, zeigen ein eindrucksvolles und eindringliches Bild durch eine Linse, die sowohl einen Blick in die Vergangenheit (Isadora), als auch auf die Gegenwart (Pulse of the Streets) erlaubt.
Nahla Mattar erschafft dieses bemerkenswerte musikalische Bildnis durch ein minimalistisches Vokabular (In Death Improvising werden sechs Töne benutzt, in Passing Night nur fünf), wobei im gesamten Werk die Standard-Techniken des Spiels im Inneren des Instruments zur Anwendung kommen. Die einzelnen Sätze erinnern an die frühen Bilder der Fotografen Félix Bonfils, Francis Firth und Maxime Du Camp, deren Erkundungen Ägyptens im 19. Jahrhundert die Mystik eines exotischen Landes, seiner Menschen und seiner Kultur erfahrbar machten. In den Miniaturen erscheinen deutlich unterscheidbare kulturelle Personas (The Workers Song, Farmer With The Nay), deren Klangwelt Traum-ähnlich verarbeitet und geformt wird, so dass der Hörer aus seiner gewohnten Erwartungshaltung geführt wird, auf eine Reise durch Zeit und Raum.
Die Egyptian Miniatures stehen formal großangelegten, virtuosen Werken diametral gegenüber; jedes Porträt kann als
eine zutiefst persönliche Mitteilung der Komponistin gelesen werden. Die pulsierenden wechselnden Rhythmen des
Wüstentanzes in El-Hagalla münden in der ruhigen Ausstrahlung von The Nile’s Sweet Romance, das die Sammlung
beschließt, und das entweder als Reminiszenz an die wehmütigen Träume Isadoras verstanden werden kann oder als
musikalisches Bild einer zeitlosen Sehnsucht.
Bei der amerikanischen Uraufführung im August 2008 erhielt Mattar für diese Stücke spontan Standing Ovations.
Dr. Madeline J. Williamson, Abiquiu, New Mexico













