Beschreibung
Der Zyklus Gegenstücke beschäftigt sich auf vielfältige Weise mit dem Thema Raum- und Zeiterfahrung. Der Titel deutet auf ein Theorem der Philosophie Kants hin, die Lehre von den inkongruenten Gegenstücken. Dass zwei Dinge, z.B. die rechte und die linke Hand, trotz völliger Merkmalsgleichheit nicht zur Deckung zu bringen und allein aufgrund ihrer Lage im Raum als verschieden erkannt werden, dient Kant als Beleg für die fundamentale Rolle, die Anschauung neben Begriffen in unserem Erkenntnisprozess spielt. In der Komposition Gegenstücke werden diese Überlegungen ins Medium der Zeit übertragen. Immer geht es um Gleichheit, Ähnlichkeit und Verschiedenheit, um das Zur-Deckung-Bringen klanglicher Gestalten. Die Musik changiert zwischen nüchtern physikalischen Strukturen und gelegentlichen emotionalen Ausbrüchen.
Die einzelnen Sätze können auch gesondert aufgeführt werden. Kurze Rezitationen zwischen den Stücken sind eine mögliche Bereicherung.













