Oskar Gottlieb Blarr

Play Lasso für vier Flöten und Akkordeon

Besetzung: Flöten, Akkordeon
Flöten (4), Akkordeon
Partitur
Dauer (h:m:s): 00:08:30
Geheftet
Format: 21 x 29,7 cm
Seiten: 28
Gewicht: 120 g
Edition Gravis / EG2313P
ISMN: 9790205723484

19,80 

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„Play Lasso“ ist eine Umspielung und eine Übermalung eines Gesangsstückes der Renaissance. Die kunstvolle sechsstimmige Motette stammt von Orlando di Lasso, dem Hofkapellmeister des Kaisers Maximilian. Lasso benutzte für seine Komposition die Melodie zum 129. Psalm des Düsseldorfer Theologen und Liedermachers Caspar Ulenberg, dessen Versform und Melodien zu allen 150 Psalmen (nach dem Vorbild der Reformatoren Luther in Wittenberg und Calvin in Genf) seiner Zeit sehr verbreitet waren; der Erstdruck erschien 1582 in Köln.

Ich habe den beiden historischen Schichten – Choralmelodie und polyphone Bearbeitung – eine dritte Schicht hinzugefügt. Sie umspielt und übermalt die alten Ideen mit einem Netz virtuoser Elemente, kontrapunktiert und dialogisiert zwischen Flötenquartett und Akkordeon, lässt aber das alte Original immer wieder durchscheinen.

Der Titel des Stückes assoziiert Heiteres („Play Bach“) und trifft wohl auf die technische Seite zu, inhaltlich verschleiert
er aber eine tragische Geschichte. Von daher gehört es eigentlich in die Reihe meiner „Threni I-IV“, die im Katalog der Edition Gravis stehen.

Anlass der Entstehung war ein Besuch im KZ Ravensbrück 2011, wo Angehörige meine Frau Ewa Maria Guski, die polnische Grafikerin Wiktoria Julia Gorynska (42) und ihre Mutter Stanislawa (64), umgekommen sind, nachdem sie als Beteiligte am Warschauer Aufstand 1944 gefangengenommen und nach Ravensbrück verbracht worden waren.