Otfried Büsing
Canon per augmentationem für Orgel (2020)
Kontrapunktische Studie zu Johann Sebastian Bachs Augmentationskanon aus seinen Kanonischen Veränderungen BWV 769
Besetzung: Orgel
Dauer (h:m:s): 00:03:45
Spiralbindung
Format: 29,7 x 21 cm
Seiten: 58
Gewicht: 200 g
Edition Gravis / EG2734
ISMN: 9790205726065

Von extrem komplizierter Faktur ist Johann Sebastian Bachs Variation 4 „à 2. Clav. et Pedal. per augmentatio. in Canone all‘ ottava“ aus seinen Canonischen Veränderungen BWV 769 über das Weihnachtslied „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ für Orgel. Es handelt sich um ein Duo aus einer Guida (Führungsstimme) und einer Seguente (nachfolgende Stimme) im Oktavabstand, die im halben Tempo der Guida erklingt; eingewoben in dieses Duo sind der Cantus firmus (Vom Himmel hoch) und eine freie Stimme (eine condicio sine qua non bei einem Vorhaben dieser Art). Die hohe Komplexität dieses Satzes ist vergleichbar der Missa prolationum von Johannes Ockeghem (ca. 1425–1497) oder auch dem Canon for 4 (für Fl., Bkl., Vl. und Vc.) von Elliott Carter (1908–2012). Es ist das Verdienst von Jürgen Essl, den mutmaßlichen und rätselhaft scheinenden Kompositionsprozess Bachs für diesen Satz rekonstruiert zu haben.

In der hier vorgelegten kontrapunktischen Studie wird dieser komplizierte Kompositionsprozess anhand eines alternativen Cantus firmus nachgestellt, denn aus praktischen Versuchen ergeben sich stets weitere kompositionstechnische Erkenntnisse und Erfahrungen. Der hier gewählte Cantus firmus Nun danket all und bringet Ehr von Johann Crüger (1598–1662), nach einer Melodie von Pierre Davantès von 1562, umfasst ebenso wie die von Bach zugrundegelegte Luthersche Melodie vier einfache Choralzeilen, denn Choräle mit Wiederholungen wie in einer Barform sind für ein Vorhaben wie dieses unbrauchbar.

Schritt für Schritt wird nun das Komponieren, also im Wortsinne das „Zusammensetzen“ eines Kanons per augmentationem mit Cantus firmus und freier Stimme offengelegt, wobei neu hinzugefügte Kontrapunkte bei jedem Schritt mit einem *-Zeichen markiert sind.

Die einzelnen Arbeitsschritte sind der besseren Übersicht halber in Stimmenpartitur dargestellt (vgl. Originaldruck BWV 769, Nürnberg, B. Schmid 1747/1748). Das Endresultat ist auch spielpraktisch für Orgel notiert.

Otfried Büsing

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