Beschreibung
Über eine längere Zeitstrecke sind immer wieder Stücke entstanden, die ich für
Musiker-Paare geschrieben hatte, Freundes-Paare, Ehe-Paare, und denen ich
den – in manchen Konstellationen auch leicht ironisch zu verstehenden – Titel
Dialoghi d’amore gab. Je mehr Stücke entstanden, desto mehr zeigte sich mir
aber der tiefere Sinn des Titels, abgesehen von dem Bezug auf Auftragsgeber oder
Widmungsträgerinnen. Bezeichnen doch die Dialoghi d‘amore in der Tradition der
Mystiker die Zwiesprache des Himmels mit der Erde, das Gespräch der Seele mit
dem Körper, die Begegnung des Unbegrenzten mit dem Begrenzten, und so fort.
Bei den Dialoghi d‘amore IX für Sopran und Kontrabass ist der Dialog der beiden
Stimmen auch räumlich konzipiert. Je nach Aufführungsmöglichkeiten können die
Protagonisten unterschiedliche Orte einnehmen, von denen aus bzw. in denen sie
agieren. So entsteht ein choreographiertes Zwiegespräch, das – zumindest auch
räumlich – das Publikum mit einbezieht.













