Beschreibung
Von Mai bis Oktober 1707 wohnte Georg Friedrich Händel (1685 – 1759) als Gast im römischen Palast des Fürsten Francesco Maria Ruspoli (1672-1731). Aus Dankbarkeit und um sein Gehalt etwas aufzupolieren, schrieb er für den Fürsten unzählige Gesangsstücke, darunter die zwei weltlichen Kantaten „Occhie miei, che faceste“ (HWV 146) und „Se per fatal destino“ (HWV 159) für Sopran und basso continuo. Die handwerklichen Fertigkeiten des damals 22-jährigen waren beeindruckend und so strotzen die Kantaten vor überraschenden Wendungen und unerwartenden Stimmungswechseln. Diese jugendliche Frische beflügelte mich 2009, die Kantaten und deren Texte in die Gegenwart zu holen.
Die verschiedenen Blickwinkel auf die Thematik „Liebe und Verlust“ sind durch die formale Einteilung in Rezitativ – Arie – Rezitativ – Arie von Händel klar abgegrenzt. Für mich war die inhaltliche Nähe der Texte Anlass, diese sukzessive ineinander zu verschränken, so dass sich zu Beginn die beiden Texte gegenüberstehen und im weiteren Verlauf immer mehr durchdringen.
Anstatt der insgesamt acht Werkteile gibt es nur noch vier, wobei die letzten Textpassagen (Arien) beider Werke ausgeklammert wurden. Die kompositorischen Ideen knüpfen an die Vorlage Händels an, erweitern und verfremden sie und schaffen somit Raum für eine musikalische Neuentdeckung der Texte und deren zeitlosen Inhalt.




















