Mayako Kubo

John Rabe – Endstation Siemensstadt für 4-6 Sprecher, Flöteninstrumente (Fl/Afl/Picc/Kbfl) (1 Spieler), Schlagwerk, Streichquartett und Elektronik (2020/21)

Besetzung: Ensemble
Sprecher (4-6), Flöten (Flöte, Alt-Flöte, Piccoloflöte), Schlagwerk, Violinen (2), Viola, Cello, Elektronik
Mietmaterial
Dauer (h:m:s): 01:30:00
Verlag Neue Musik GmbH / NM11929
ISMN: 9790203253600

Mietmaterial

Beschreibung

ZUR KOMPOSITION
Der Text stammt ausschließlich aus den Tagebucheintragungen von John Rabe vom 1937 bis 1946, ausgenommen sein Schreiben an Adolf Hitler am 8. Juni 1938.
Sein trockener Humor und sein sachlicher Bericht über die grausamsten und unerträglichsten Kriegsgeschehnisse während des zweiten Weltkriegs in Nanking und in Berlin sind einzigartig. Sie animierten mich, ein Licht auf seine verborgene innere Welt zu werfen. Das Resultat, die Komposition, ist keine politisierende Musik, gefolgt nach dem Sinn von John Rabe. Es soll eine Signalwirkung haben: Musik kann den sozialen Kontext beleuchten. In der Komposition hört man das Ticken der Uhr. Die Zeiger sind aber stehengeblieben. Es ist ein Zeichen, dass die Gewalt, Vergewaltigung und Plünderung in Krieg bis heute andauern.

John Rabe (1882–1950), in Hamburg geborener Kaufmann, Repräsentant der Siemens-Niederlassung in Nanking, der damaligen Hauptstadt Chinas. Als sich 1937 die japanische Armee Nanking näherte – die Eroberung ging als das „Massaker von Nanking“ in die Kriegsgeschichte ein – schützte Rabe mit einigen wenigen anderen Ausländern ca. 250.000 Chinesen, indem er ihnen Asyl auf einem zur „internationalen Sicherheitszone“ erklärten Stadtteil gewährte. Er, Mitglied der NSDAP, rettete ihnen das Leben, „aus purer Menschlichkeit“. 1938 nach Deutschland zurückbeordert, wurde er von der Gestapo verhaftet. Jegliche öffentliche Stellungnahme gegen die Kriegsführung des „alliierten“ Japan wurde ihm verboten. Nach dem Krieg war er zuerst den Russen, dann den Briten wegen seiner Parteimitgliedschaft verdächtig. Erst in der Berufungsinstanz wurde er 1946 wegen der Rettungsaktion in China entnazifiziert. Er starb 1950 verarmt und krank in Spandau/Berlin.




Herstellerinformation:
Verlag Neue Musik GmbH
Grabbeallee 15, 13156 Berlin, DE
vnm@verlag.neue-musik.de