Beschreibung
Das Gitarrenstück „La Lira d’Orfeo“ ist von der in Ovids Metamorphosen überlieferten Version des berühmten Orpheus-Mythos inspiriert. Nachdem der thrakische Sänger seine Eurydike zum zweiten Mal verloren hatte, entsagte er aller Liebe und zog sich mit seiner Kithara in die Einsamkeit der Wälder zurück, Jegliche weiblichen Avancen wies er zurück, wodurch er sich den Zorn einer Gruppe von Bacchantinnen zuzog.
Der erste Teil des Werkes schildert den Angriff der Frauen auf den musizierenden Orpheus. Mit Thyrsusstäben und Steinen bewerfen sie ihn, doch die Kraft seiner Musik schützt ihn wie ein unsichtbarer Wall. Mit gesteigerter Wildheit dringen die Frauen auf ihn ein, übertönen mit ihrem Geschrei seinen zauberkräftigen Gesang und brechen so den Bann der Musik. In einem Blutrausch zerfleischen sie den Sänger. Seinen Kopf und die Leier werfen sie in den Fluss Hebros. Hier setzt der zweite Teil der Komposition ein. In den Wellen des Flusses beginnt die Leier erneut zu tönen, der entleibte Kopf stimmt einen Klagegesang an, der vom Ufer widerhallt. Vom Fluss ins offene Meer getragen, stranden Kopf und Leier auf der Insel Lesbos, wo Orpheus‘ Seele schließlich von Apollo erlöst und in die leysischen Gefilder der Unterwelt entrückt wird.














