Gabriel Iranyi

Mythos – Das unerklärliche Felsgebirge für Ensemble (2022)

Besetzung: Ensemble
Flöte, Klarinette, Horn, Violine, Viola, Cello, Kontrabass
Mietmaterial
Dauer (h:m:s): 00:09:00
Verlag Neue Musik GmbH / NM11996
ISMN: 9790203275282

Mietmaterial

Beschreibung

Mythos und Musik waren schon bei der Entstehung der Oper als Gattung um 1600 engstens verbunden: Diesem Weg folgte auch Wagner bei der Auswahl des Sujets für seine „Ring“-Tetralogie. Er konnte damals nicht voraussehen, wie sich die zeitgenössische Musik (Nono), Kunst (Dalí), Literatur (Beckett) oder Psychologie (Freud) 100 Jahre später zum Mythos als Gattung positionieren sollten. So stellt man im 20. Jahrhundert das allmähliche Verschwinden des Narrattiven fest, das in der Musik des 19. Jahrhunderts so wichtig war. Während der Arbeitsphasen an meiner Komposition „Das unerklärliche Felsgebirge“ war ich auf der Suche nach einem Klangkonzept, das eine Projektion auf zwei Dimensionen zulässt: einerseits den unmittelbaren musikalischer Gestus, mit seinen Emotionen und Gefühlen und andererseits die Entwicklung von Netzgewebe und Klangfeldern mit fein strukturierten Schichtungen.
Mythologische Archetypen verfolgend, fragte ich mich, wie massige „felsige“ Akkorde oder die „zuhackenden Schnäbel“ der Adler klingen könnten, oder Aggression und Zerstörung, aber auch Stille und Vergessen. Beispielhaft war das hochformatige Bild „Vengeance of Achilles“ von Cy Twombly, da er dem trojanischen Narrativ nicht mehr zu folgen brauchte: Die figurative Darstellung der Spitze einer mit Blut beschmierten Lanze als bedrohliches Memento gegen Krieg und Zerstörung erwies sich als viel beeindruckender. Zum Schluss seiner vier Sagen über Prometheus schrieb Kafka : „Blieb das unerklärliche Felsgebirge. – Die Sage versucht das Unerklärliche zu erklären. Da sie aus einem Wahrheitsgrund kommt, muss sie wieder im Unerklärlichen enden.“

Gabriel Iranyi




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