Reiner Bredemeyer

Oktett 81 für Ensemble (1981)

Besetzung: Ensemble
Oboen (2), Posaune, Viola, Cello, Kontrabass, Vibraphon, Röhrenglocken, Cembalo
Mietmaterial
Dauer (h:m:s): 00:06:00
Verlag Neue Musik GmbH / NM11738
ISMN: 9790203234975

Mietmaterial

Beschreibung

Werkkommentar

Reiner Bredemeyer komponierte 1980/81 drei Stücke für die Leipziger Gruppe Neue Musik Hanns Eisler: Septett 80, Bratschenkonzert und Oktett 81. Diese drei Werke gehören wie eine Trilogie zusammen, gleichwohl hat jedes Stück als Single seine autonome Existenzberechtigung.
Während Bratschenkonzert und Oktett 81 für die acht Musiker der damaligen Stammbesetzung des Ensembles (Oboe, Engl. Horn, Posaune, Violine/Viola, Violoncello,
Kontrabaß, Klavier, Schlagzeug) komponiert wurden, „fehlt“ beim Septett 80, das er zum 10. Jubiläum des Ensembles schrieb, die Viola. Weshalb Reiner Bredemeyer zum 10-jährigen Geburtstag der Gruppe Neue Musik Hanns Eisler „nur“ ein Septett und kein Oktett für die komplette Stammbesetzung schrieb, bleibt etwas rätselhaft. Der Bratschist Matthias Sannemüller gehörte dem Ensemble erst ab 1978 an. Vielleicht hat er nach der Uraufführung des Septett 80 Bredemeyer um ein Stück gebeten, in dem auch er mitwirken kann? Ist daraufhin das Bratschenkonzert entstanden? Könnte es auch sein, dass Bredemeyer, während er am Bratschenkonzert arbeitete, die Idee kam, das Septett [80] noch zu einem Oktett [81] anwachsen zu lassen? Für diese Mutmaßung gäbe es zumindest ein plausibles Argument: Das Bratschenkonzert beendete Bredemeyer am 29. März 1981. Unmittelbar danach, quasi attacca, schrieb er das Oktett 81, indem er das Septett 80 „nur“ um eine Bratschenstimme ergänzte, und war damit vier Wochen später, am 25. April 1981, fertig. Ein solches „Experiment“ hatte Bredemeyer schon einmal erfolgreich erprobt, als er 1974, einem Cembalokonzert, dessen Aufführung nicht zustande kam, eine Solo-Oboenstimme hinzufügte und das Stück ehrlich und korrekt „Cembalokonzert als Oboenkonzert“ betitelte.
Freilich erlaubt nur die bei Bredemeyer grundsätzlich vorherrschende durchlässige Textur und transparente Struktur der Kompositionen ein solches Vorgehen. So scheint das Oktett 81 geradezu eine „Vervollkommnung“ des – nunmehr für die komplette Ensemble-Besetzung geschriebenen – Geburtstagsstücks zu sein.
Das Bratschenkonzert und das Oktett 81 wurden am 23.11.1985 in Bonn durch die Gruppe Neue Musik Hanns Eisler uraufgeführt.

Ute Bredemeyer




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