Beschreibung
Residua
Das, was übrig bleibt, und zwar sowohl von größeren ursprünglichen Texteinheiten als auch von der Gesamtheit eines früheren Werkes, nennt Beckett „Residua“. Er befasste sich mit diesem Begriff , als er Ende der 60er Jahre die Wortmusik der „Residua“ schuf. „Losigkeit“, ist eines dieser minimalen Stücke, das das Bild eines letzten Menschen zeigt, der in einer mit Trümmern übersäten Weite steht. Es ist die
Geschichte eines Verschwindens, ein Rätselbild. Residua sind simulierte Fragmente. Sie beschwören das Flüchtige. Als Ganzes sind Residua trotz ihrer reduzierten Form nicht in den Griff zu bekommen. Ihre torsohaften Erscheinungen reizen die Vorstellung zu Ergänzungsleistungen, die zwar vom Text ausgelöst sind, aber als Phantom des Imaginären rivalisieren sie mit der chimärenhaften, ständig sich entziehenden Existenz der im Text imaginierten Bilder. Erosion wird formbildende Kraft. Die imaginären Bestände sind flüchtig, weil sie sich der eindeutigen Festlegung auf Dauer entziehen.
Walter Zimmermann














