Beschreibung
Dem Stück liegen drei Gedichte (Tankas) der japanischen Lyrikerin Meiko Matsudaira
zugrunde, die sie unter dem unmittelbaren Eindruck der Erdbebenkatastrophe in Japan
im März 2011 schrieb.
Nach den schrecklichen Ereignissen dort hatte auch ich ein inneres Verlangen, darüber
zu sprechen. Manchmal mit jedem Menschen, dem ich auf der Straße begegnete.
Musik zu schreiben ist ein Akt des Sprechens. Freilich eines Sprechens ohne Worte.
Auch kann Musik weder Illustration noch Fotografie sein. So bin ich in ihr zugleich
frei und gefangen – nur in meiner Komposition vermag ich meine Empfindungen zum
Ausdruck zu bringen.
Die Gedichte von Meiko Matsudaira sind hingegen ein Akt des Ausdrucks. Die emotionalen Worte, fotografischen Ausdrücke sind aber keine Illustration, sondern Dichtkunst.
Hinter den gewöhnlichen Worten steckt ihre Poesie.
Zwei gegensätzliche Vorgänge – Dichten mit konkreten Worten und Komponieren mit
Tönen – treffen sich in der Liedkomposition.
Es entsteht ein autonomes Werk. So arbeite ich immer – es wäre daher verfehlt, in
der Musik nach einer vordergründigen Umsetzung der Naturkatastrophe zu suchen.
Mayako Kubo


















