Reiner Bredemeyer

Septett 80 für Ensemble (1980)

Besetzung: Ensemble
Oboen (2), Posaune, Cello, Kontrabass, Vibraphon, Röhrenglocken, Cembalo
Mietmaterial
Dauer (h:m:s): 00:06:00
Verlag Neue Musik GmbH / NM11737
ISMN: 9790203234968

Mietmaterial

Beschreibung

Werkkommentare

Septett 80: Der Gruppe Neue Musik H.E., Leipzig, zu ihrem 10. Geburtstag. Ein Geschenk also, für diese exzellenten musiciens und eins für mich: nämlich: sie spielen es. Sie spielten meine Serenade, die Serenade 2, die Serenade 3 (für H.E.), die Bilderserenade, die Sinfonie, Synchronisiert: asynchron, das Stück (Oboe)2, das Trio (mit Klavier). Dies also mein neues Stück ist das neunte, das von der Gruppe gespielt wird. 7ett 8(zig) tes Stück 10 Jahre: das ist ja fast auch serielle Kontinuität. Sie spielen hier nun solistisch, im Duett, in Einzelgruppen (Aulos!) und (of course) tutti – so sieht es das Septett vor, das of course als Angebot gedacht ist und als Vergnügen: für mich, für diese Interpreten und für das Auditorium. Form, Machart + Techniken meiner Arbeit habe ich in den 10 Monaten nach dem Produzieren vergessen, und mir wird das Stück am 19.1.81 genauso neu sein wie allen anderen Hörern. Besser und genauer wissen da meine Leipziger Freunde Bescheid, denen ich danke mit diesem Stück und denen ich Glückwünsche sagen möchte auch mit dieser Arbeit für weiteres Arbeiten.

Reiner Bredemeyer (März 1980)

Reiner Bredemeyer komponierte 1980/81 drei Stücke für die Leipziger Gruppe Neue Musik Hanns Eisler: Septett 80, Bratschenkonzert und Oktett 81. Diese drei Werke gehören wie eine Trilogie zusammen, gleichwohl hat jedes Stück als Single seine autonome Existenzberechtigung.
Während Bratschenkonzert und Oktett 81 für die acht Musiker der damaligen Stammbesetzung des Ensembles (Oboe, Engl. Horn, Posaune, Violine/Viola, Violoncello, Kontrabaß, Klavier, Schlagzeug) komponiert wurden, „fehlt“ beim Septett 80 die Viola. Weshalb Reiner Bredemeyer zum 10-jährigen Geburtstag der Gruppe Neue Musik Hanns Eisler
„nur“ ein Septett und kein Oktett für die komplette Stammbesetzung schrieb, bleibt etwas
rätselhaft.
Der Bratschist Matthias Sannemüller gehörte dem Ensemble erst ab 1978 an. Vielleicht hat er nach der Uraufführung des Septett 80 Bredemeyer um ein Stück gebeten, in dem auch er mitwirken kann? Ist daraufhin das Bratschenkonzert entstanden? Könnte es auch sein, dass Bredemeyer, während er am Bratschenkonzert arbeitete, die Idee kam, das Septett [80] noch zu einem Oktett [81] anwachsen zu lassen?
Für diese Mutmaßung gäbe es zumindest ein plausibles Argument: Das Bratschenkonzert
beendete Bredemeyer am 29. März 1981. Unmittelbar danach, quasi attacca, schrieb er das Oktett 81, indem er das Septett 80 „nur“ um eine Bratschenstimme ergänzte, und war damit vier Wochen später, am 25. April 1981, fertig. Ein solches „Experiment“ hatte Bredemeyer schon einmal erfolgreich erprobt, als er 1974, einem Cembalokonzert, dessen Aufführung nicht zustande kam, eine Solo-Oboenstimme hinzufügte und das Stück ehrlich und korrekt „Cembalokonzert als Oboenkonzert“ betitelte.
Freilich erlaubt nur die bei Bredemeyer grundsätzlich vorherrschende durchlässige Textur und transparente Struktur der Kompositionen ein solches Vorgehen. So scheint das Oktett 81 geradezu eine „Vervollkommnung“ des – nunmehr für die komplette Ensemble-Besetzung geschriebenen – Geburtstagsstücks zu sein.
Das Septett 80 wurde am 19. Januar 1981 von der Gruppe Neue Musik Hanns Eisler in Leipzig uraufgeführt.

Ute Bredemeyer (2025)




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