Beschreibung
Vorwort
Johann Sebastian Bach schrieb die Suite I in G-Dur um 1717 während seiner Anstellung als Hofkapellmeister in Köthen. Sie eröffnet einen großartigen musikalischen Zyklus, in dem sich wesentliche Formen des Barock widerspiegeln und der an die spieltechnischen Grenzen des damals noch hauptsächlich im Dienste des Generalbassspiels stehenden Violoncellos geht und sie zuweilen auch überschreitet.
Der Versuch einer Übertragung auf die Gitarre orientiert sich an Bachs eigener Bearbeitungspraxis, in der er immer die instrumentalen Möglichkeiten und spezifischen Klangcharakteristika auslotet und sich dabei zuweilen auch weit von seiner eigenen Primärfassung entfernt.
Die überwiegend einstimmige Textur der Cellostimme suggeriert in ihrer immanenten Polyphonie einen imaginären vielstimmigen Raum, den es auf der Gitarre mit anderen Mitteln konkret wiederzuentdecken gilt. Entsprechend entsteht ein dem barocken Lautenstil verwandter Tonsatz, dessen erstes Ziel immer die Deutlichkeit und Gestaltbarkeit der originalen Cellostimme ist. Dadurch bleiben die technischen Schwierigkeiten moderat und ermöglichen ein freies Spiel mit spontanen Verzierungen – eine Prämisse, die sich bei der Übertragung der Bach’schen Lautensuiten (BWV 995–998, 1006a) nicht immer realisieren lässt.
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