Beschreibung
Entwurzelte Emigranten, gestrandete Italiener, Spanier, Polen oder Deutsche, Menschen voller Träume und Erwartungen, in dieser Wirklichkeit entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Buenos Aires und Montevideo ein neuer Musikstil. Im Gewirr von Volksgruppen und Sprachen zwischen den an der Wirklichkeit zerschellten Hoffnungen wurde getanzt, der Tango war ein neues Ausdrucksmittel
für Trauer, Wut oder Reue. Der Tanz ging auf Weltreise und entfachte Anfang der 20er Jahre eine neue Modewelle in Europa. In den 60er Jahren ließ die neue Rockmusik den Tango als überholt erscheinen. Erst Komponisten wie Astor Piazzolla suchten wieder nach dem Tango und er fand Eingang in die zeitgenössische Musik. Einen ähnlichen von Umwegen gezeichneten Weg nahm das Akkordeon vom Volksinstrument zum anerkannten Konzertinstrument. Der Tango ist kein Musikstil, der sich in Nostalgie hüllt und auf vergangene Epochen verweist, sondern er entwickelt sich im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne stets weiter. Dies zu vermitteln soll dieses Heft beitragen.














